5 km
350 hm
auto (2,75h)
leicht
Keine wirkliche Klamm, aber der letzte Anstieg fühlt sich an, als wäre man gerade einer ebensolchen entstiegen.
Dass einem bei den warmen Mai-Temperaturen der Gedanke nach kühler Klamm steht leuchtet sicher ein. Warum dieser Gedanke aber vielleicht nur bedingt zum erhofften Ergebnis führt, erfahrt ihr am Ende dieses Beitrags, oder spätestens am Ende der Schlucht.
Der Einstieg zur Altenbachklamm befindet sich direkt hinter der Buschenschank Stelzl. Parken kann man etwas oberhalb entlang der Straße, oder -bei entsprechender Konsumation- auch direkt bei der Jausenstation. Hinter dem neu errichteten Hochzeitssaal führt uns eine Schotterstraße hinunter in die deutlich ausmachbare Geländefalte. Ein paar Kurven weiter und einen steilen Abstieg später stehen wir auch schon in der besagten Klamm. Wobei, wer bei Klamm an reißende Gebirgsbäche, Wasserfälle und Absturzgelände denkt, wird hier vielleicht etwas überrascht bis enttäuscht sein. Altenbachgraben trifft es wohl doch etwas besser, denn weggeschwemmt wird man hier höchstens beim nächsten Starkregenereignis. Aktuell bei absoluten Trockenheitsverhältnissen entwickelt sich die Klammwanderung im unteren Teil geradezu zu einem wirklich lieblichen Waldspaziergang. Immer wieder unterbrechen kurze Stege, Brücken Stiegen den schmalen Trampelpfad.
Im Mittelteil zieht das Gelände dann etwas an. Der Weg wird steiler, die Stufen und Brücken werden mehr und am Ende eines Aufschwungs stehen wir sogar vor einer imposanten, aber bei Trockenheit etwas deplatziert wirkenden Hängebrücke. Direkt dahinter erwartet uns Infrastruktur der etwas anderen Art. An einem recht schäbigen Teich befindet sich ein ebenso schäbiges Klohäuschen. Obwohl von außen durchaus passabel anzusehen, ist diese Bedürfnisanstalt im Nirgendwo einhelligen Berichten nach aktuell eher nur für Notfälle benutzbar. Wir wandern daher weiter und fühlen uns hinter der Klohütte schon dem Ausgang nahe. Der Weg wird plötzlich breit und ausgetreten und erscheint überraschend flach. Dann zieht der Klammsteig aber noch einmal in einen wirklich steilen Graben hinüber, der uns -ordentlich abgesichert und völlig unschwierig, aber dennoch durchaus schweißtreibend- zum Ausgang nach oben führt. Vor allem ungeübte Wandersleute und Kleinkinder haben mit diesem Abschnitt ihre liebe Mühe. Bei gemütlichem Tempo und der einen oder anderen taktischen Pause sollte aber auch dieser Anstieg problemlos bewältigbar sein. Oben angekommen begrüßt uns nicht nur eine Werbung für Alpakkawanderungen, sondern auch ein netter Ziehweg, der uns in wenigen Minuten zur Panoramaschenke Tertinek führt.
Bei der Buschenschank schweift der Blick weit über die umliegende Landschaft, das Panorama entlohnt wieder einmal für den kurzen Kraftakt zum Schluss des Aufstiegs und auf der sonnigen Terrasse der Restaurität darf man sich zur Belohnung ein kühlendes Getränk einverleiben oder auch zwei. Dann geht es völlig unspektakulär auf der Straße wieder zum Ausgangspunkt. Achtung: Hier herrscht reger Verkehr und nicht alle Autofahrer:innen halten sich trotz des beschilderten Wanderwegs an die geltenden Geschwindigkeitsbegrenzungen. Der Fahrweg folgt im großen Ganzen recht uninspiriert dem Hügelrücken linkerhand der Schlucht. Am Ende landen wir wieder direkt beim Auto, alternativ oder zusätzlich empfiehlt sich vor der Heimfahrt aber natürlich noch eine Einkehr bei der zuvor genannten Buschenschank Stelzl.