Hohe Mandling - Von Reichental nach Berndorf

20. Dezember 2025

Details
Hohe Mandling – Von Reichental nach Berndorf

15 km

700 hm

zug (1,5h)

leicht

Sunny Side Up in den Gutensteiner Alpen

Ein weiteres Wochenende, eine weitere Tour in den Gutensteiner Alpen, dieses Mal mit einem Transfer aus dem Pistingtal ins -nicht ganz so- nahe Berndorf. Von der Bahnhaltestelle Miesenbach-Waidmannsfeld im beschaulichen Dorf -richtig geraten- Reichental aus queren wir die stark befahrene Bundesstraße 21, gehen dann nach links durch die kleine Siedlung und dann, der rot-weißen Markierung folgend nach rechts in den Wald hinauf. Wir passieren einen alten Luftschutzbunker und steigen dann steiler den lichten Föhrenwald hinauf. Die zunehmende Steilheit, aber auch die stärker werdenden Sonneneinstrahlung, sorgen für anständige Perspiration schon auf den ersten hundert Höhenmetern. Nach einem kurzen Direktaufstieg dreht der Weg nach links und begibt sich damit hinüber zum Kammverlauf, welchem wir fortan folgen. 

Bei strahlendem Sonnenschein oberhalb der Nebeldecke bahnen wir uns den Weg hinauf. Flachstücke wechseln sich mit kurzen Aufschwüngen ab, richtig steil wird es aber nie. Wir genießen die herrlichen Tiefblicke ins Piestingtal, während wir uns dem immer weiter zulaufenden Endpunkt des Kamms annähern. Auf gut 800 Metern erreichen wir damit auch die “Schlüsselstelle” des Aufstiegs, ein minimal kurzer, leichtestens ausgesetzter Kammabschnitt, der aber wohl nur bei sechs Metern Schnee irgendwelche Probleme bereiten könnte. Das Gelände flacht dann spürbar ab. Linkerhand erhebt sich noch ein kleiner, unscheinbarer Aussichtsfelsen, der zu einem Abstecher einlädt, dann geht es durch ein kurzes Waldstück hinüber zur Forststraße von Ortmann. Wir queren diese und steigen an einem Jägerstand vorbei geradeaus hinauf Richtung Gipfel.

Damit haben wir auch schon den höchsten Punkt unserer Tour erreicht. Die Hohe Mandling (967m) ist dabei sicher kein großartiger Aussichtsgipfel, die herrlich sonnige Hochfläche mit dem kleinen Gipfelkreuz und einer Jausenbank lädt aber dennoch das ganze Jahr über auf einen Abstecher ein. Vor allem im Herbst und Winter kann man hier auch sehr gut dem hartnäckigen Nebel entfliehen. Dann wird es etwas schwierig den richtigen Weg zu finden. Der Weiterweg Richtung Fotzeben startet nämlich nicht direkt vom Gipfel, sondern etwas davor und ist aufgrund es Bewuchses nicht immer ganz leicht zu finden. Der Pfad ist dennoch ganz gut markiert und als Teil des Nordalpenwegs, sowie des Wiener Alpenbogens auch halbwegs gut frequentiert. Highlight ist der schattige Abstieg dabei aber sicher nicht, auch die folgende Forststraße kann als einziger Sehenswürdigkeit mit einem Gedenkschild für den letzten in Niederösterreich geschossenen Wolf aufwarten. Dass dabei nicht dem Wolf, sondern dem armen Geschöpf hinter der Büchse gedacht wird, versteht sich in diesen Breitengraden natürlich von selbst.

Das Stück hinunter zur so lieblich getauften Fo(t)zeben gestaltet sich dann unvermittelt steil und unwegsam, nachdem wir die letzten ein, zwei Kilometer auf ordentlich ausgebauten Forststraßen zugebracht haben. Am Ende der Wiesenfläche treffen wir noch auf die Mandling Schihütte (730m). An den gepflogenen Skisport ist aktuell allerdings kaum zu denken, nicht einmal mit den zernudeltsten Steinskiern kommt man aktuell auch nur in die Nähe der 1935 erbauten Selbstversorgerhütte. Wir folgen weiter in leichtem Auf und Ab dem Hügelrücken, beim aussichtsreichen Robert-Krenn-Kreuz biegen wir nach links ab und begeben uns hinunter in die Schattenseiten des Lebens.

Auf dem nächsten, wettertechnisch wechselhaften Abschnitt treffen wir dabei auf herrliche Eisgebilde, die sich an die angetauten Verästelungen der Jungbäume klammern, während es von oben konstant Wassertropfen trommelt. Der schattige Geyersattel gibt sich dann gänzlich dem Frost hin, hier sinkt die Temperatur noch einmal spürbar, während wir uns an den Weiterweg durch den Geyergraben machen. Dazu folgen wir mittig der gelb markierten Forststraße nach Nordosten. Das durch die Bäume fallende Lichtspiel ist dabei ein wunderschönes, aber dennoch ein letztes Aufbäumen, bevor es endgültig zurück in die dichte Nebelsuppe geht.

Die folgenden Kilometer gestalten sich wenig aufregend, einziges Highlight ist ein kleines überdachtes Brünnlein im Mittelteil des Grabens. Ansonsten besteht der gesamte Weg bis zum Ortsteil Steinhof aus einer langgezogenen, leicht abfallenden Schotterstraße mit über fünf Kilometer Länge. Wer also gerne den einen oder anderen Meter laufender Weise zubringt, ist hier durchaus angehalten dies zu tun, immerhin kann man sich hier ohne viel Aufwand die eine oder andere (Viertel-) Stunde sparen. In Steinhof geht es dann, vorbei an etwas trostlos wirkenden Einfamilienhäusern, zurück in die Zivilisation. Über eine kleine bewaldete Kuppe erreichen wir in weiterer Folge bei der Mitterfeldgasse den Stadtrand von Berndorf. Im Laufschritt geht es durch die Siedlung hinunter. Wenig später passieren wir die durchaus eindrucksvolle Margaretenkirche, steigen dann noch ein Stück hinunter Richtung Triesting und erreichen kurz vor ebenselbiger den Bahnhof Berndorf-Stadt, von wo uns der Regionalzug über Leobersdorf zurück nach Wiener Neustadt transportiert.

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