preinerwandsteig (A/B, 1-)

7. November 2023

Details
Preinerwandsteig

12 km

1000 hm

zug + bus (1,5h)

Kl.steig (a/b; 1-)

Anregende Halbtagestour durch die imposanten Steilabfälle der Preinerwand. Die klettertechnischen Schwierigkeiten halten sich zwar für versierte Bergfüchse und -fähen in Grenzen, Hands-on-Mentalität und Trittsicherheit sind im teils stark abschüssigen Gelände dennoch obligat.

Ein schönes Wochenende bedeutet dieser Tage öfters einmal einen Besuch bei den Freunden auf der Seehütte. Und um nicht zum fünfunvierzigsten Mal den Göbl-Kühn raufstapfen zu müssen, würde ich -so es die Bedingungen zulassen- heute gerne über die Preinerwand aufsteigen.

Ich starte meine heutige Tour dieses Mal nicht alleine, sondern in Begleitung. Gemeinsam sind wir in der Früh von Wien angereist. Insbesondere am Wochenende funktioniert die Anreise mit den Öffis sehr gut. Zug und Bus sind beim heutigen Kaiserwetter aber wirklich knackevoll, weshalb wir auch nicht beleidigt sind, als wir bei der Haltestelle Griesleiten endlich den Bus verlassen können. Mit der Ruhe ist es aber schon am nahen Wanderparkplatz wieder vorbei, auf dem sich Wiener SUV-PilotInnen mit Osteuropäischen KlettersteigtouristInnen vermischen.

 

Wir lassen die Blechlawine möglichst rasch hinter uns. Nach dem Parkplatz geht es direkt die Forststraße hoch. Wer es eilig hat, nimmt den Weg durch die goldene/gelbe Mitte, um so folgenden Serpentinen abzukürzen. Auf rund 950 Metern Seehöhe flacht die Schotterpiste merklich ab. Sie führt nun weiter nach Norden und schlängelt sich dann nach Westen hinüber zum Göbl-Kühn-Steig.

Hier biegen wir nach rechts ab. Schnellen Schrittes nehmen wir den Waldpfad nach Nordosten hinauf.  Der Verbindungsweg führt uns auf direktem Weg hinüber zum nahen Holzknechtsteig. Er wird insbesondere von Haidsteiggehern gerne genutzt und so begnet man oft einmal dem einen oder anderen metallbehangenen Wandersmann und auch so mancher helmbewehrter Felsenfrau. Beim Bachingerbründl verlassen wir den  stark frequentierten Holzknechtsteig und folgen  einem unscheinbaren Pfad nach rechts, hinein in die Ruhe der östlichen Preinerwand.

Der Preinerwandsteig (A/B, 1-) wird im Vergleich zu anderen Wegen und Steigen auf der Rax nämlich wenig bis kaum begangen und dann oft auch nur von Klettersteiggehern und Sportkletterinnen im Abstieg. Am Morgen haben wir also oft den gesamten Steig für uns alleine und umso entspannter kann man hier auch die einzigartige Bergwelt genießen und in sich aufsaugen. Viel (Gegen-)Verkehr wäre auf dem oft engen und potentiell steinschlaggefährdeten Steig aber ohnehin unangenehm. Insbesondere im oberen Bereich kann ich das Tragen eines Helms jedenfalls ans Herz legen, auf eine Klettersteigsicherung kann man bei entsprechender Erfahrung aber durchaus verzichten. Ohnehin sind nur die Schlüsselstellen mit Stahlseilen und -Stangen versichert, die restlichen kurzen Aufschwünge und Querungen sind frei zu begehen und die können bei schlechten Verhältnissen durchaus Probleme bereiten. Wer sich leichte Kletter(steig)einlagen ohne Sicherung nicht zutraut, sollte sich daher genau überlegen, ob das wirklich die richtige Tour ist. Im Zweifelsfall könnte man Nachsteigende (wie etwa Kinder) aber durchaus auch mit Klettersteigset und bei freien Stellen am Seil (nach)sichern.

Der Aufstieg beginnt mit einer etwas unangenehmen Schotterpiste. Über eine ausladende Geröllhalde steigen wir etwas schweißtreibend nach oben. Der Weg dreht leicht nach links und überwindet mäßig schwerig eine erste Steilstufe, dann geht es wieder über die Schotterriese im Zick-Zack nach oben. Wir folgen dem Weg dann über einen kleinen Kamm durch die Latschen und dann wieder weiter nach rechts.

Wir umgehen ein Felseck und kraxeln dann etwas plattig an einer Rinne hinauf. Am oberen Ende umrundet der Steig etwas unwegsam den Einzugskessel besagter Rinne und folgt dann dem Kamm nach Norden. Wenige Meter weiter treffen wir auf die erste wirkliche Klettersteigstelle. Unter Zuhilfenahme einer Stahlseilversicherung überwinden wir einen kleinen Felsrücken (A/B). Am Ende des kurzen Steilaufschwungs folgt wieder Gehgelände.

Der Weg windet sich danach bis direkt unterhalb der Schlusswand der Preinerwand. Ein Durchkommen oder gar einen gangbaren Weg könne wir hier bis zuletzt nicht ausmachen. Erst auf den letzten Metern fällt der Blick auf ein schmales, versichertes Felsband (A), welches um eine abdrängende Felsnase herumführt. Dies stellt sicher die Schlüsselstelle des Steig dar, denn auch wenn das Eck mithilfe von Stahlseil, Stangen und Trittstiften schnell überwunden ist, besteht hier an der rund zehn Meter hohen Felswand durchaus Absturzgefahr. Insbesondere wenn der Weg wie heute noch feucht vom Regen der Vortage ist, sollte man jedenfalls Vorsicht walten lassen. Liegt die Stelle aber einmal hinter uns, haben wir das “Schlimmste” überstanden. Der Steig quert nämlich nun in leichtem Gehgelände weiter nach rechts, überwindet noch eine letzte etwas abschüssige Stelle und führt dann hinter einem Felsturm durch eine erdig-felsige Rinne hoch zum Ausstieg. Von hier sind es nur noch wenige Meter zum durchaus stattlichen Preinerwandkreuz (1783m) und rund zehn Minuten Gehzeit zur Neuen Seehütte (1644m).

Nach einem langen Wochenende am Berg wählen wir für den Abstieg den nahen Göbl-Kühn-Steig, um zurück hinunter nach Griesleiten zu gelangen. Alternativ bieten sich der definitiv weniger reizvolle Holzknechtsteig, oder mit einem kleinen Umweg der ebenfalls bergab etwas unangenehm zu gehende Waxriegelkamm an.

Hohe Mandling – Von Reichental nach Berndorf

Wandern Gutensteiner Alpen Niederösterreich Hohe Mandling – Von Reichental nach Berndorf 20...

Großer Neukogel – von Gutenstein nach Pernitz

Wandern Gutensteiner Alpen Niederösterreich Großer Neukogel – Von Gutenstein nach Pernitz 14...

Via degli Dei

Trekking Apennin Emilia Romagna Via degli Dei – Am Götterweg von Bologna nach Florenz 20...

Section Title

Scroll to Top