Tag 1: Von Brunnbach auf die Anlaufalm

Details
Raming-Runde Tag 1

9 km

800 hm

Öffi+taxi (3h)

leicht

Regenreicher Beginn einer regenerierenden Begehung

Eigentlich wollten wir an diesem verlängerten Wochenende einen Teil des Luchstrails erwandern, die einfallenden Unwetter zwangen uns allerdings zum Umdenken. Glücklicherweise bietet die Gegend um Kalkalpen und Gesäuse aber eine nahezu unbegrenzte Vielfalt an Alternativen, einzig mit den (noch nicht) geöffneten Hütten hatten wir etwas unsere liebe Mühe. Wir starten unsere Wanderung vom Parkplatz Brunnbach. Hierhin kommt man zwar nur mit dem (Wander-)Taxi, dadurch spart man sich aber auch einen faden 10-Kilometer-Hatscher entlang der Straße.

 

Wir verlassen den Brunnbachstadl (schönes, öffentliches WC!) nach Süden und biegen dann gleich nach rechts auf den Wanderweg 489 (Kalkalpenweg) ein. Recht gemächlich und auf offensichtlich nicht allzu stark frequentierten Pfaden wandern wir den Waldhang hinauf. Zuerst durch dichtes Blattwerk erreichen wir wenig später eine Lichtung. Auf dieser noch ein Stück aufwärts, dann hat es sich mit dem Aufstieg vorerst auch wieder erledigt. Wir wandern weiter über die Forststraße und dann durch den Wald hinüber zur Zubringerstraße des Rauchgrabnerbauers. Immer wieder überqueren wir dabei abenteuerliche Weidezaun-Überstiege, die uns heute noch öfters erstaunen werden und die bei Nässe ein veritables Hindernis darstellen können.

Wir passieren den zuvor genannten Bauernhof und die umliegenden Weiden und steigen dann relativ steil einen Wiesenhang empor. Wieder überqueren wir ein paar äußerst kreative Überstiegshilfen. Danach verändert sich der Charakter des Weges merklich. Das Gelände verengt sich und wir genießen eine wenig steile und wirklich angenehme Kammwanderung, die uns geradezu zur Ortbaueralm hinüberträgt. Dann müssen wir uns für eine der beiden Alternativrouten entscheiden. Den -zugegeben überschaubaren- Aufstieg zum Hochkogel, oder den vermeitlich einfacheren und gemütlicheren Umweg über  die Südwestabfälle der Anlaufalm. Warum letztere Variante absolut nicht zu empfehlen ist, erfahrt ihr im zweiten Teil, denn der erste Abschnitt des Abstiegs ins Tal überschneidet sich mit der besagten Umleitung. Wir stapfen also guter Dinge den beschaulichen Wanderweg Richtung Gipfelsieg, immer unschwierig und auch mit ein paar Kilometern sicher keine Herausforderung. Einzig die Wegfindung ist zum Zeitpunkt unserer Begehung aufgrund umgestürzter Bäume nicht ganz einfach, weshalb wir uns prompt auf dem falschen Gupf wiederfinden. Den richtigen Gipfel des 1152m “hohen” Hochkogels finden wir dann etwas weiter rechts davon, getrennt von uns nur durch eine kleine Felsstufe, und markiert mit einem kleinen Kreuz und Gipfelbuch. Die ansonsten ganz passable Aussicht lässt aber heute ebenfalls etwas zu wünschen übrig, weshalb wir uns rasch wieder auf den Rückweg machen.

Wir steigen schnellen Schrittes wieder zur Abzweigung hinunter und machen uns dann an den letzten Abschnitt des Tages. Durch den Wald hinunter überwinden wir an dessen unterem Ende einen letzten Weidezaun und finden uns dann auf den obersten Ausläufern der Anlaufalm wieder. Der grüne Hügelrücken, dem wir folgen, zieht sich in einem langen Bogen hinüber und mündet beim Bauernkreuz in die eigentliche Hauptfläche der Alm, auf der wir dann auch schon unser Tages- und Nachtziel erreichen.

 

Die beliebte Ausflugshütte bietet neben der Tagesgästeversorgung auch eine kleine, bescheidene Übernachtungsmöglichkeit im Matratzenlager. Die Preise sind sehr fair und die Portionen mehr als üppig, wir können die Alm also nur wärmstens empfehlen.

Tag 2: Von der Anlaufalm nach Reichraming

Details
Raming-Runde Tag 2

24 km

500 hm

Öffi (2,5h)

mittel

Lang, aber oho.

Nach den Regenfällen des letzten Tages und einer Nacht im Sägewerk, belohnt uns der nächste Morgen mit einer mehr als entlohnenden Aussicht. Ein Traumtagerl kündigt sich an und die morgendliche Wärme steht im krassen Kontrast zu den angezuckerten Berggipfeln der Umgebung.

 

Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg ins Tal des Großen Baches. Wir wandern über die sanften Wiesen der Anlaufalm nach Nordwesten. Am Ende der Weide geht es dann auf einmal doch recht unvermittelt nach unten. Auf den gemütlichen Wanderweg folgt ein steiler und schon leicht exponierter Waldpfad, der bei Nässe zudem wirklich unangenehm zu begehen sein kann. Hier wären wir auch am Vortag hochgekommen, keine wirklich nette Vorstellung zum Ende einer Tagestour. Der Abstieg wechselt in weiterer Folge immer wieder zwischen kleinen Steigen und Forststraßen.

Entlang eines Steilabbruchs mit herrlicher Aussicht arbeiten wir uns weiter nach unten vor, immer weiter hinein in die teils noch recht unberührten Wälder am Rande des Nationalparks Kalkalpen. Fast schon märchenhaft kommen teils die mossbehangenen Felsgebilde daher und die vor Grün strotzenden Mischwälder geben dem Ganzen einen gebührenden Rahmen. Umsomehr überrascht uns dann der plötzliche Wiedereintritt in die Zivilisation. Wir überqueren eine Lichtung mit ein paar alten Mauerresten und stolpern wenig später auf die wirklich pipifein ausgebaute Radschnellstraße am Talboden. Auch wenn die Umstellung etwas schwerfällt, genießen wir die Möglichkeit auf der Schotterstraße ein paar Kilometer hinunterzuspulen und sind selbst etwas überrascht, wie schnell wir die Große Klaushütte erreicht haben, wo wir uns eine kleine Pause gönnen.

Hinter der Jausenstation gibt es entlang des Rad-Highways noch ein wenig Sightseeing. So kann man bei der Kleinen Klaushütte die spärlichen Reste der namensgebenden Großen Klause betrachten, sowie zwischen den  beiden Tunnelabschnitten eine nicht mehr ganz so einladende (da von Steinschlag zerstörte) Aussichtsplattform. Dann überqueren wir über eine Beton-Brücke den Großen Bach und begeben uns hinein ins Abenteuer Buchensteig.

Der Buchensteig ist ein alter Flößer- und Holzfällerpfad, der vormals in die hinterste Ecke des Reichraminger Hintergebirges führte. Heute ist der gut beschilderte Wanderweg in drei Abschnitte unterteilt und kann in beide Richtungen erwandert werden. Dafür wird dann auch jede Menge Werbung gemacht, wie man an den unzähligen Infotafeln und Broschüren sehen kann. Alles in allem ist der Steig sehr gut befestigt und technisch völlig unschwierig, der Weg ist allerdings mitunter recht schmal und bewegt sich in großen Teilen durch absolutes Absturzgelände (gesichert ohne Wiederkehr). Trittfest und schwindelfrei, um das alte Klischee zu bedienen, sollte man also unbedingt sein, und auch mit Kindern würde ich eher von einer Begehung abraten. Allen anderen zeigt sich hier aber auch die schönste Seite der Region. Der relativ naturbelassene Bergwald kommt trotz der steil abfallenden Flanke oft wildromantisch daher und die Tiefblicke sind im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend, denn das ständige Auf und Ab, gepaart mit der Dauerkonzentration bringt einen durchaus etwas ins Schnaufen. Eine kurze Pause erlauben wir uns erst wieder im Wilden Graben. Hier treffen wir wieder auf eine Forststraße, die uns vom zweiten Abschnitt des Steigs trennt. Kurz auf dieser bergan, finden wir uns bald wieder in altbekanntem Gelände wieder. Links uriger Bergwald, rechts eine absolut nicht gewünschte Direkt-Talabfahrt.

Was hier allerdings auch etwas leidet, ist unser Kilometerzähler. Das konzentrierte Gehen und der schmale, sich auf und ab und rechts und links windende Pfad drosselt unser Tempo spürbar. Ein nicht ganz zu ignorierender Faktor bei einer 24-Kilometer-Tour. Irgendwann hat aber alles ein (oder zwei) Ende(n). Wir steigen wieder zum Bach hinab und queren eine äußerst sprunghafte Hängebrücke, von der uns noch ein paar hundert Meter weiter die Schädel wackeln. Auf dem Radweg geht es schnurstracks zum Parkplatz Anzenbach mit der wohl längsten Zusatztafel eines Allgemeinen Fahrverbots, das ich je gesehen habe. Kurz der Straß nach Osten entlang, biegen wir dann nach links in die Alte Anzenbachstraße ein. Laut Karte wäre auch die neue Straße im Tal als Wanderweg nach Reichraming ausgewiesen, aufgrund des Verkehrs und der schlechten Fußgänger:innen-Infrastruktur würde ich das aber keinesfalls empfehlen. 

Mittlerweile spüren wir auch schon ein wenig die Beine, gut 20 Kilometer haben wir zu diesem Zeitpunkt schon abgestrampelt. Der Blick ins Tal ist aber auch hier noch immer phänomenal, auch wenn wir große Teile des Weges auf einer asphaltierten Straße zubringen müssen. Am Ende des Siedlungsgebiets biegt der Weg noch einmal in den Wald ab, durchquert diesen aber ohne gröbere Hindernisse und spuckt uns direkt in Reichraming wieder aus. Entweder entlang des Waldrands oder der Enns geht es dann zur Bahnhaltestelle Reichraming, die sich etwas östlich des Ortsgebiets auf einer Terasse über dem Fluss befindet.

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