15 km
1000 hm
zug (1,25h)
mittel
Kammlauf über den Kammverlauf hoch über dem Schwarzatal.
In schneearmen Wintern -wie diesem und folgenden- ist auch das Mittelgebirge für Lauf- und Wandertouren aller Art eine gute Anlaufstelle *badumm-tss*. Ich kann es nur immer wieder wiederholen, aber die Gegend zwischen Wiener Neustadt und Semmering ist dafür einfach perfekt geeignet.
Heute starten wir einmal im beschaulichen Schlöglmühl. Von der Bahnhaltestelle wenden wir uns zuerst nach rechts und biegen dann wiederum auf die St. Christoph Straße ein. Unter der Bahn durch gelangen wir auf dieser bald zur Abzweigung auf den Sattelweg, der rechts in den Wald hinauf zieht. Gerade wer laufend unterwegs ist, wird sich an der moderaten Steigung erfreuen, im Winter kann der Weg aber auch etwas eisig sein. Grödeln sind hier vielleicht kein Nachteil. Wir erreichen einen kleinen Rücken, der uns weiter zu einer größeren Wiesenfläche transportiert. Hier heißt es einmal “Weg-Aus!”.
Wir wurschteln uns am Weidezaun rechts vorbei (immer noch am markierten Wanderweg!) und stehen kurz darauf vor einem größeren Bauernhof. Von da an auf der Straße bergan weiter, bis wir in die kleine Ortschaft Auf der Wiese gelangen. Beim Gasthaus links und kurz um die langgezogene Kurve herum und vor dem letzten Haus der Ortschaft etwas unübersichtlich nach links hinauf. Es folgt eines der steilsten Stücke der Tour, vorbei an ehemaligen Gruben und Steinbrüchen. Wir erreichen eine gut ausgebaute Forststraße, die schon fast etwas überraschend wieder leicht nach unten führt, bis wir in einer Kurve eine unscheinbare Abzweigung mit Sitzbank erreichen.
Das zweite Steilstück unseres Tages steht uns nunmehr bevor. Der Anstieg hinauf zur Pottschacher Hütte ist mitunter ordentlich knackig und hier rauf laufen kostet einiges an Kraft und Puste. Wir passieren einen großen Findling, arbeiten uns dann im Zick-Zack hinauf zu einem etwas größeren Weglein hinauf, das in der Karte auch als Mountainbike-Strecke geführt wird und kämpfen uns dann etwas rechts weghängend das Wadlstück hinauf. Wir erreichen schließlich wieder einen Forstweg, der uns in wenigen Minuten hinüber zur besagten Pottschacher Hütte führt. Ein kurzer Anstieg über die Wiese und wir stehen vor der Haustür, der heute leider geschlossenen Hütte. Hinter der Hütte linnks zieht ein Graben hinauf auf den Höhenzug. Nach nicht ganz einhundert Höhenmeter flacht das Gelände dann auch spürbar ab. Wir bewegen uns durch stark forstwirtschaftlich bespieltes Gelände mit einer Vielzahl an Forst- und Holwegen und viel Jungwald. Der Wanderweg sticht da aber gerade durch und wir treffen kurz darauf auf eine kleine Lichtung/Wiesenfläche. Die quasi komplett flache Kohlangerwiese wirkt in diesem Gelände schon fast ein wenig deplatziert.
Es geht wieder in den Wald hinein. Der Weg dreht kurz nach Südwesten und begibt sich mittelsteil hinauf zur Roten Wand. Der kleine Vorgipfel ist ein beliebter Aussichtspunkt und den kleinen Abstecher sicher wert. Nach der Roten Wand folgt wieder ein kleiner Knick in der Wegführung. Ein kurzes Flachstück durch schattigen Nadelwald später stehen wir vor dem letzten Anstieg unserer Tour. Auch wenn die Wadeln schon ein wenig brennen, ist der letzte Aufschwung auf die Schwarzenberg-Aussicht (1327m) nicht die große Schwierigkeit. Die Aussicht ist hier oben durchaus einem Fürsten angemessen, auch wenn ich mir nicht ganz sicher bin, ob dieser überschaubare Gupf tatsächlich nach dem alten Adelsgeschlecht benannt wurde. Ein kleines Gipfelbuch weist auf den höchsten Punkt des Höhenzugs hin, ansonsten gibt es nicht viele Hinweise darauf, dass man sich überhaupt am Gipfel von irgendetwas befindet. Nach einer kurzen pause folgt dann auf der gegenüberliegenden Seite eine sportliche Abfahrt.
Immer dem Bergrücken entlang geht es hinunter zur sonnigen Waldburgangerhütte. Die urige Gaststätte am Rand der weitläufigen Bodenwiese ist immer einen Besuch wert, unglücklicherweise hat aber auch diese Hütte im Winter nicht geöffnet. Bei Temperaturen um die zehn Grad Plus und strahlendem Sonnenschein könnte man den Gastgarten aber auch getrost einmal anstarten. Wir entscheiden uns heute einmal für den Abstieg über die Schedkapelle, alternativ könnte man von hier auch über die Schedwiese oder den Hochberg nach Payerbach gelangen. Zuerst geht es ein Stück steil bergab, dann zieht der Weg weit nach links hinüber und schneidet einen stark abfallenden Waldhang mit ein paar interessanten Felskonstrukten links über unseren Köpfen.
Es folgt eines der absoluten Highlights der Strecke. Mit der Ilse-Rast erreichen wir das obere Ende eines mächtigen Felsabbruchs. Hier geht es tatsächlich über einhundert Meter senkrecht nach unten. Entsrechend anregend ist aber auch der Ausblick von der kleinen Felskanzel, auch die nahe Rax fällt so in unser Blickfeld. Sobald wir uns an der Fernsicht sattgesehen haben, laufen wir weiter einen kurzen Graben hinunter, bis uns der Wanderweg an einer Forststraße wieder ausspuckt, die uns nach ein paar Kurven und Schleifen zur Schedkapelle bringt. Es gäbe vorher auch noch einen Abzweiger/Abschneider rechts den Hang hinunter, dieser ist aber nicht mehr so wirklich markiert und gepflegt, weshalb vor allem im Winter und laufenderweise der etwas längere Weg über die Schotterstraße sicher kein Fehler ist. An der Kapelle vorbei, führt ein unscheinbarer Wanderweg rechts relativ steil in den Werninggraben hinab. Am Schedbauern vorbei verläuft eine kleine Asphaltpiste aus dem Tal hinaus. im Winter kann es hier durchaus eisig zugehen, weshalb etwas Vorsicht geboten sein kann. Die Straße führt uns direkt in den Ortsteil Werning und damit zurück zur Eisenbahnlinie. Entlang der Gleisanlage führt uns der Heinzelmännchen Weg, vorbei an Schule und Sportplatz, direkt zum Bahnhof Payerbach/Reichenau.